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   A Documentary Film

 
     
 

Max Lazarus, a German Expressive-Realistic painter of the Lost Generation
(Max Lazarus, ein deutsch-jüdischer Maler der verschollenen Generation) ©

 
     
     
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The story is a lost German-American Expressive-Realistic painter, humbled by exodus from homeland of Germany extrinsic of Nazism and Anti-Semitism and by illness.

 

 

   Funding:
We are looking for funding (grants and sponsors) for preproduction, production, and post-production cost to make a documentary to accompany a 2010 retrospective show of Max's work at the Stadtmuseum Simeonstift Trier in Germany www.museum-trier.de
 
     

                                                           

Max Lazarus: Eine kurze Lebensgeschichte

Von Dr. Baerbel Schulte, Stadtmuseum Simeonstift Trier

Max Leon Lazarus wurde am 12. Juli 1892 in Trier/Deutschland als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Sein Vater, der eine Kohlenhandlung betrieb, gab seinen Sohn zunächst bei einem Anstreicher in die Lehre. Nach dieser Lehre besuchte Max Lazarus die Malklasse von Prof. August Trümper an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Trier. Von 1910 bis 1911 arbeitete er in Düsseldorf und besuchte die dortige Kunstgewerbeschule, die zu dieser Zeit von Peter Behrens geleitet wurde. Zwischen 1911 und 1913 hielt er sich in München und Innsbruck auf, danach ging er nach Weimar, wo er die von Henry van de Velde geführte Kunstgewerbeschule (später Bauhaus) besuchte.

Im Ersten Weltkrieg wurde er Soldat und war zwischen 1914 und 1918 als Kriegszeichner an der Westfront eingesetzt, wo er Karten der gegnerischen Stellungen für die deutsche Armee zeichnete. Bei einem Senfgasangriff wurde er verletzt.  Nach seiner Rückkehr nach Trier eröffnete er einen handwerklichen Malerbetrieb, widmete sich aber auch weiterhin seiner künstlerischen Tätigkeit. 1920 war er Mitbegründer der Trierer Künstlergilde und beteiligte sich an mehreren Ausstellungen in Trier und der Region. 1930 hatte Max Lazarus eine sehr erfolgreiche Einzelausstellung in Luxemburg. In dieser Zeit schuf er beeindruckende Gemälde und Lithographien mit Motiven seiner Heimatstadt und der Region um Trier. Die meisten davon sind während des Zweiten Weltkrieges und der Zeit des Nationalsozialismus verloren gegangen.

Max Lazarus (1892 Trier-1961 Denver)

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View through the windows of the Porta Nigra, 1924, oil on canvas,
City Museum of Trier

View of Trier, about 1925, oil on canvas,
City Museum of Trier

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Mosel-landscape, 1923, oil on canvas,
City Museum of Trier

 
   

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Bevor er Trier verließ, war er einer der ersten Künstler des expressiven Realismus in der Gegend. Die jüdische Gemeinde beauftragte ihn damit, die Decke der Trierer Synagoge auszumalen. Dies gelang ihm so gut, dass weitere Aufträge zur Ausmalung der Synagogen in Merzig,  Neumagen, Langen/Hessen und Lübbecke/Westfalen folgten. All diese Synagogen wurden während der Reichspogromnacht im November 1938 beziehungsweise während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört. Unter der Naziherrschaft musste Max Lazarus das Malen aufgeben. Er musste sein Haus verkaufen und malte - mehr oder weniger im Geheimen - Portraits, um den Unterhalt für seine Familie zu sichern.

 

Seine Freunde drängten ihn,  zu emigrieren, aber er wartete bis September 1938. Wie die meisten Juden in Deutschland glaubte er nicht, dass etwas so Schreckliches, wie der Terror der dann folgte, jemals in einer zivilisierten Gesellschaft geschehen könnte. Im November 1938 durch die Nazis geschändet, wurde die Trierer Synagoge bei einem Bombenangriff 1944 in Flammen gesetzt und brannte völlig aus. Seine Wandmalerei wurde dabei zerstört, ebenso wie auch die meisten seiner anderen Arbeiten entweder den Nationalsozialisten oder dem Krieg zum Opfer fielen. Drei seiner Schwestern und ein Onkel wurden in Lodz, Sobibor und Auschwitz getötet.

 

 

Portrait of an unknown man, about 1930, oil on canvas,
City Museum of Trier

 

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The March of Time, about 1945, drawing,
private collection

Tumbling Civilization, about 1945, lithograph,
private collection

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In den USA zog Max Lazarus zunächst nach St. Louis, wo andere Familienmitglieder bereits seit 1909 lebten. Seinen Lebensunterhalt verdiente er damit, Bauernmöbel für Daniel Fitzpatrick (1891-1969) zu bemalen, der als Cartoon-Zeichner beim St. Louis Post Dispatch arbeitete und zweimal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden war. Ein Architekt in St. Louis, Frederick Dunn (1905-1984), beauftragte Max damit, Tapetenmuster und Wandmalereien für seine Auftragsbauten zu entwerfen. Zwischen 1939 und 1942 nahm Max an mehreren Ausstellungen im St. Louis Art Museum teil, eine weitere Ausstellung fand 1940 in der Young Men’s Hebrew Association statt. In St. Louis war Max Lazarus Mitglied der St. Louis Artists‘ Guild.

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Old Courthouse St. Louis, about 1940, oil on canvas,
private collection

Portrait of a young St. Louis woman, 1939/40, oil on canvas,
private collection

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Obwohl es ihm zunächst gelang, in den USA eine neue Karriere zu starten, erwartete ihn schon der nächste Schicksalsschlag: Vermutlich als Folge seiner durch den Senfgasangriff ohnehin schon geschwächten Gesundheit zog er sich eine Tuberkuloseerkrankung zu. Aus diesem Grund musste er 1942 von St. Louis nach Denver umziehen, das damals berühmt war für seine saubere Luft und als Zentrum für die Heilung von Lungenkrankheiten galt. Er wurde in das Sanatorium der Jewish Consumptive Relief Society eingewiesen (heute Sitz des Rocky Mountain College for Art and Design).

Nach seiner Heilung wurde Max als Kunstlehrer im Sanatorium  eingestellt. Er nahm an verschiedenen Ausstellungen in den USA teil, meistens mit Holzschnitten oder Drucken, z.B. an der Annual American Wood Engraving and Block Print Exhibition des Philadelphia Art Club 1946, an der Fourth Southwestern Print and Drawing Exhibition der Texas Fine Art Association 1951; an der Wichita, Kan., Art Association’s twentieth annual Graphic Arts Exhibition und am Fine Art Festival des Kansas State College, Manhattan, Kan. ebenfalls 1951. Nach langer Krankheit starb er December 9, 1961 in Denver.

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Without Title, about 1950, oil on canvas,
private collection

     

                          Without Title, about 1950, oil on canvas,
                                            private collection

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Übersetzung des Artikels:

Alex Murphree : Max Lazarus kommt mit seinen Lithographien und Holzschnitten zu hohen Ehren

Denver Post, 25.3.1951

„…Wir haben Max Lazarus vor ungefähr 4 Jahren zum ersten Mal getroffen und haben seither sein Schaffen hauptsächlich durch seine Gemälde kennengelernt, leuchtend und kräftig in ihrer Farbgebung, ausdrucksvoll in ihrer Gestaltung, mit sozialkritischen Anklängen, jedoch ohne den Betrachter mit Inhalt zu überfluten. Wir waren und sind der Überzeugung, dass sie zu den besten Gemälden gehören, die in Denver geschaffen wurden, und es war mir immer wieder unerklärlich, warum sie nicht in vielen der lokalen und regionalen Ausstellungen aufgetaucht sind.

Lazarus hat mir nie verraten, ob er aufhörte, seine Bilder einzureichen, weil sie vor etwa 2 oder 3 Jahren von der Jury einer größeren lokalen Ausstellungen abgelehnt worden waren, einer Jury, die ansonsten nahezu alles andere akzeptierte – letztendlich eine Art Arche Noah mit zwei Beispielen aus dem Schaffen eines jedes Künstlers. Zu dieser Zeit war sein Schaffen auch nicht „modern“ genug für die Ausstellung der „Fifteen Colorado Artists“. […] Die auf dieser Seite gezeigte typische Lithographie „The March of Time“ vermittelt ein Gefühl von Bedrängnis und aufgewühltem Leben. Die zeichnerische Meisterschaft verleiht ihr Klarheit und Kraft, trotz einer nahezu klassischen Ordnung. Sie ist stark in ihrer emotionalen Aussage, dabei aber schlicht und unverblümt.

„The March of Time“, eine sehr ansehnliche Lithographie, wird derzeit auf der Fourth Southwestern Print and Drawing Ausstellung der Texas Fine Art Association in Austin gezeigt, wo sie bis zum 8. April bleiben wird.

Zwei weitere Arbeiten Lazarus‘, „Tumbling Civilization“, eine Lithographie, und „Old Cemetery“, ein Holzschnitt, waren im Januar auf der Wichita, Kan., Art Association’s twentieth annual graphic arts Ausstellung. Außerdem wurde Lazarus eingeladen, Drucke für das im April stattfindende Fine Arts Festival des Kansas State College, Manhattan, Kan., einzureichen. Eine Einzelausstellung mit Lazarus‘ Gemälden und Drucken – dieser Vorschlag sei gestattet – scheint in Denver an der Zeit zu sein.“

 

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